frisch gespielt - Magazin für Brett- und Gesellschaftsspiele

 Wider der digitalen Reizüberflutung!

Der Herbst steht vor der Tür und damit dürfen wir uns nicht nur auf sieben Gewinner des Österreichischen Spielepreises freuen, sondern auch auf jene 50 Spiele, die es auf die Empfehlungsliste geschafft haben. Neu ist, dass neben dem Hauptpreis auch zwei Nominierte in den Vordergrund gerückt werden.

Wer sich für die empfohlenen Neuerscheinungen interessiert und das eine oder andere anspielen möchte, der kommt auf den kommenden Spielefesten sicherlich auf die Rechnung. Sollte es in Ihrer Nähe eine Ludothek oder Spielecafé geben, stecken Sie diese Ausgabe in die Tasche und lassen Sie sich vor Ort inspirieren.

Das Spieleangebot in diesem Jahr, so viel lässt sich sagen, überzeugt in puncto Zugänglichkeit, Design und Vielfalt. Nebenei ist zu bemerken, dass sich die Verlage verstärkt um die erwachsenen Spieler (etwa Baby Boomer und Generation X) bemühen und entsprechende Themen für ihr Programm wählen. Wer alt genug ist, erinnert sich an jene Epoche, in der Rock Stars wie Götter angehimmelt wurden. Wer träumte damals nicht davon, auf Tour zu gehen und auf der Bühne abzurocken? Heute kann man diesen Traum wenigstens spielerisch am Wohnzimmertisch ausleben, ohne dabei die Einrichtung im Erfolgsrausch zertrümmern zu müssen.  

Im Übrigen leistet jedes gespielte Brett- und Kartenspiel einen notwendigen Beitrag gegen die digitale Reizüberflutung und das ständige Erreichbarsein. Im spielerischen Miteinander darf man und frau endlich die Social-Media-Klickerei unterbrechen und sich davon frei machen. Wenigstens für ein paar Stunden.

Auf Seite 16 blicken wir wieder zurück in unsere verlegerische Vergangenheit und präsentieren das Heft 2/2007, in der Pandas den Ton angaben. Damals konnten wir den österreichischen Doyen des Spiels Ferdinand de Cassan für einen Artikel gewinnen. Der leider viel zu früh verstorbene Ferdinand verstand es meisterhaft, den jungen Menschen die zahlreichen Brett- und Kartenspiele schmackhaft zu machen, gleichzeitig forschte er dem Ursprung des Spiels nach. Den Artikel können Sie auf unserer Webseite nachlesen.

Wenn Kinder spielen, dann lernen sie etwas über sich und über die Welt. Wir Erwachsene glauben, dass wir bereits alles über uns und diese Welt wissen. Weit gefehlt. Es gibt noch so viel zu lernen und zu erfahren. In diesem Sinne wünschen wir einen entspannten Herbst, ohne Smartphonegeblinke und Social-Media-Gebimmel.